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Thema: REZENSION: 5 Centimeters Per Second
Martin

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REZENSION: 5 Centimeters Per Second 11.08.2010 15:20 Forum: Anime, DVD & Filme


Makoto Shinkai ist ein Bildmagier, kurz und bündig. Schon in seinen ersten Arbeiten wie dem Schwarz-Weiß-Kurzfilm SHE AND HER CAT bewies der Anime-Auteur viel Gespür für Atmosphäre, neben dem Detailreichtum der Zeichnungen ist es besonders der offensive Lichteinsatz, welcher die Stimmung von Shinkais Wunderwelten prägt.
Auch sein neuestes Werk, die Anime-Anthologie 5 CENTIMETERS PER SECOND, ist einmal mehr ein augenöffnendes Erlebnis, in welchem eine gewöhnliche japanische Großstadtstraße ähnlich viel Magie versprühen darf wie eine nächtliche Landschaft unterm Mondenschein. Da wird der feucht-leuchtende Asphalt zum Lichterdschungel, eine zarte Lichtreflektion zum ätherischen Ballett, die den Sonnenschein lasierenden und strukturierenden Wolken zum Lichtweber.
Wer dem Genre Anime vornehmlich der Ästhetik wegen zugetan ist, der tut gut daran, sich im visuellen Rausch von Shinkais Werken zu verlieren, aus denen die etwas härter wirkenden Charakter zwar immer etwas herausfallen, die aber doch attraktiv genug daherkommen, um das Erlebnis nicht zu wirklich zu schmälern.
Der visuelle Rausch mag auch den einen oder anderen Rezensenten geblendet haben, denn die allgemeine Rezeption darf als übermäßig enthusiastisch bezeichnet werden. Dabei herrscht bei 5 CENTIMETERS keineswegs eitel Sonnenschein,bedrohen doch dunkle Wolken inhaltlicher Dürftigkeit den großartigen Ausblick.
Makoto Shinkai ist nämlich nicht nur ein Bildmagier, sondern leider auch ein Schwätzer vor dem Herren, der seine banalen Geschichten mit einem Übermaß an gerne in geschwollenem Ton vorgetragenen Off-Monologen andickt.
Beherrschendes Thema in 5 CENTIMETERS sind Beziehungen und was Distanz, gleichermaßen räumlicher, zeitlicher und sozialer Natur, aus ihnen macht. Das klingt mäßig interessant und eher wie ein Thema für eine akademische Studie, birgt aber in geschickten Händen durchaus ein gewisses Potential in sich.
Shinkai hat allerdings eher die erzählerischen Pfoten eines Grobschmiedes, weswegen er zur Verdeutlichung seines Anliegens Charaktere präsentiert, die völlig uninteressant sind, weil sie einfach nicht ordentlich etabliert und vorgestellt werden. Noch ehe wir etwas Genaueres über die Protagonisten erfahren, dürfen wir ihnen bereits beim Runterleiern "gedankenschwerer" Plattheiten und schwulstiger Bekenntnisse beiwohnen. Jeder Gedankenpups wird von unseren jugendlichen Helden in dramatisch-möglichster Form zum Besten gegeben, jede Zuneigungsbekundung mit Hölderlinschem Pathos verkündet.

Mir zumindest fällt es sehr schwer, mich auf diese Art von unsensibel erzählter Pubertärschmonzette einzulassen, wer sich allerdings den Texten und Gedanken von Reimdreschern wie UNHEILIG verbunden fühlt und Xavier Naidoo für einen wahren Poeten hält, der könnte Gefallen finden an der unbeholfenen Art, mit der Shinkai Leben und Liebe reflektiert.
Der Rest darf sich darüber ärgern, dass eine wunderschöne und durchaus auch originäre Bildsprache durch den profanen und prätentiös erzählten inhaltlichen Ballast kräftig runtergezogen wird. Es bleibt die Hoffnung, dass Shinkai sich bei seinen nächsten Projekten mit fähigeren Autoren zusammentut, es wäre einfach schade, sein Talent als visueller Virtuose auch weiterhin durch seine mangelhaften Fähigkeiten als Geschichtenerzähler beeinträchtigt zu sehen.

KAZE, ehemals ANIME VIRTUAL, ist für die dt. DVD verantwortlich, bei der Bild und Ton sehr ordentlich ausfallen (allerdings gibt es nur DD2.0-Ton, warum auch immer). Extras gibt es in Form einiger Interviews.
Außerdem gibt es den Film auf einer Doppel-DVD zusammen mit der SciFi-Schmonzette VOICES OF A DISTANT STAR des selben Regisseurs im netten Digipack.
Thema: REZENSION: TO - A Space Fantasy
Martin

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REZENSION: TO - A Space Fantasy 01.07.2010 10:44 Forum: Anime, DVD & Filme


Der deutsche Anime-Markt liegt so ziemlich am Boden, da erscheint es nicht weiter verwunderlich, dass die einheimischen Anbieter gerne zu Lizenzen greifen, die auch außerhalb der eigentlichen Kernzielgruppe für Interesse sorgen können.
Ein schönes Beispiel dafür ist TO - A SPACE FANTASY, einer zweiteiligen CGI-Anime-Adaption von Geschichten aus Yukinobu Hoshinos SciFi-Manga 2001 NIGHTS. Diese auch in Deutschland Anfang der Neunziger Jahre erschienenen Comics wurden 1987 schon einmal für eine Animeverfilmung genutzt, leider entpuppte sich die optisch durchaus attraktive OVA SPACE FANTASIA als esoterisch verbrämter und reichlich kitschiger Langweiler.
VEXILLE-Regisseur Fumihiko Sori packt hingegen zwei von Yukinobu Hoshinos Kurzgeschichten in jeweils vierzigminütige Kurzfilmform und sorgt gleichermaßen für Tempo wie für Schauwerte.
Inhaltlich drehen sich beide Episoden um die Erforschung und Besiedlung des Weltalls:
So bekommt in der ersten Folge die Besatzung einer im Erdorbit kreisenden Raumstation Besuch der mit wertvoller Fracht von ihrer interplanetaren Reise zurückkehrenden FLYING DUTCHMAN, deren Aufenthalt den Kommandanten mit einem privaten Dilemma konfrontiert. Dieses verblasst allerdings gegenüber einem terroristischen Überfall, welcher klarstellt, dass trotz des Strebens der Menschheit zu anderen Welten die irdischen Probleme keineswegs aufgehört haben, zu existieren.
Die zweite Episode konfrontiert den Zuschauer mit einem extraterrestrischen "Kalter Krieg"-Szenario, zwei konkurrierende politische Blöcke versuchen, einen fremden Planeten zu kolonisieren, wären dabei auf die Hilfe der jeweils Anderen angewiesen, schrecken gleichwohl vor nichts zurück, was dem eigenen Block einen vermeintlichen Vorteil bringen könnte. Auf diesem Boden von Hass und Misstrauen kann eine Beziehung zwischen zwei jungen Angehörigen der verfeindeten Lager natürlich nur schwer gedeihen, zumal auch der Planet selbst noch einige Überraschungen in petto hat.

In der knappen Laufzeit können diese Geschichten selbstverständlich nicht in allerepischster Breite erzählt werden, die Charaktere werden also nur in ihren prägnantesten Eigenschaften gezeichnet, die Hintergründe zu den einzelnen Szenarios nur knapp umrissen. Die Kunst von Regisseur Sori besteht aber darin, dennoch sowohl Spannung aufkommen zu lassen, als auch die jeweiligen Probleme zu verdeutlichen, so dass jede der beiden Episoden so gehaltvoll erscheint wie sonst dreimal so lange Spielfilme. Die dem Hard-Science-Fiction-Genre zuzuordnenden, in der Tradition von z.B. Arthur C.Clarke (2001 - A SPACE ODYSSEY) stehenden Originalgeschichten verzichten auf intergalaktische Föderationen und Sternenschlachten und setzen vielmehr auf die realistisch anmutenden Probleme, die der Weg zu den Sternen für die Menschheit bereithalten könnte, Sori setzt sie dramaturgisch kongenial um.
Das knappe OVA-Budget sorgt leider dafür, dass visuell nicht ganz das Selbe gesagt werden kann: Zwar wartet TO mit beeindruckenden Szenerien und dynamischen Kamerafahrten auf, gerade bei der Darstellung der Menschen aber zeigen sich die Grenzen von Know How und Budget. Die Charakterdesigns und die Art der Schattierung verdeutlich die personelle Verwandschaft zu VEXILLE, dessen optische Mankos treten aber in TO deutlich stärker zu Tage. So sehen die Haare streckenweise wirklich scheußlich aus, aber auch die Animationen erscheinen gelegentlich unangenehm steif und unnatürlich.
Wer sich also des jüngeren Herstellungsjahres eine optische Steigerung zu VEXILLE oder den beiden APPLESEEDS erhofft hat, dürfte enttäuscht sein, dennoch sieht TO recht ordentlich, gelegentlich sogar spektakulär aus, so dass das Erscheinungsbild kein Grund sein sollte, trotz Interesses an der Thematik nicht zuzugreifen.

Dank des I-ON-Animelabels ANIMAZE darf der deutsche Kunde schon ein gutes halbes Jahr nach dem Japanstart die einheimische Veröffentlichung begrüßen, in gleich drei Varianten ist der Zweiteiler zu haben:
Single-DVD, Doppel-DVD im Steelbook und auf BluRay. Letztere kann mit einem knackscharfen Bild aufwarten, welches leider von Farbkanten dank Posterisierungseffekts sowie gelegentlichem Kantenflimmern und einem ovalen Helligkeitsabfall zum Bildrand hin beeinträchtigt wird. Zudem liegt das Bild zwar in Full HD vor, aber nur interlaced.
Der Ton klingt zwar sauber, ist aber derart frontlastig, dass man fast von einem etwas aufgepimpten Mono-Ton sprechen kann, und zwar sowohl auf der japanischen als auch auf der deutschen DTS-HD-Tonspur.
Die Synchro hat kein Kinoniveau, ist aber solide, die Extras bestehen aus zwei ca. halbstündigen, nicht uninteressanten Interviews und diversen Trailern.



TO - A Space Fantasy
Thema: REZENSION: Halo Legends
Martin

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REZENSION: Halo Legends 28.05.2010 11:34 Forum: Anime, DVD & Filme


Animatrix hat den Anfang gemacht, mittlerweile gibt es schon einige Crossoverprojekte, bei denen die meist amerikanischen Geldgeber und Produzenten versuchen, ihre durch Filme oder Videospiele bekannten Marken mit Hilfe japanischer Animationsstudios weiter auszubauen und kommerziell auszuwerten. Neben dem aktuellen DANTE‘S INFERNO-Anime und dem bald erscheinenden WOLVERINE-Spin Off gibt es jetzt auch HALO LEGENDS, eine Anime-Anthologie, welche auf der Egoshooterreihe HALO basiert.

Bei HALO handelt es sich um eine der erfolgreichsten Franchises, die Microsoft im Spielemarkt bisher etablieren konnte und dank der Systemexklusivität (abgesehen von einer PC-Konvertierung des ersten Teils) einen der Systemseller für die X-Box (360). Neben den drei Hauptteilen gibt es weitere Spiele, aber auch Comics, Romane und andere Medien sorgten dafür, dass sich HALO heute als umfangreiches Science Fiction-Universum präsentiert, welches mit traditionellen Marken wie Star Trek oder Star Wars durchaus mithalten kann, und zu dem jetzt eben auch eine Animeverfilmung zählt.

Wie auch schon bei oben erwähntem ANIMATRIX, aber auch bei BATMAN - GOTHAM KNIGHT, besteht HALO LEGENDS aus unterschiedlichen im HALO-Universum angesiedelten Geschichten, welche zudem auch von unterschiedlichen Studios animiert und produziert wurden, was die Diversität der Storys, die immerhin zwischen großem Drama und putziger Parodie angesiedelt sind, durch unterschiedliche stilistische Mittel und Richtungen betont. So finden sich neben konventionellen Animestandards Cartooneskapaden a la Dragonball ebenso wieder wie aquarellartige Impressionen so wie reine CGI-Action, letztere übrigens vom APPLESEED-Regisseur Shinji Aramaki inszeniert.
Leider ist dieser aber der einzig bekannte unter den Regisseuren, im Gegensatz zu ANIMATRIX, bei dem wirklich die Creme de la Creme der Animezunft mitwirkte, ist bei HALO LEGENDS eher die zweite Garde angetreten, und so wirken gerade die ersten, meist zwischen zehn und fünfzehn Minuten langen Episoden reichlich bieder und bieten wenig mehr als routinierte SciFi-Action auf Serienniveau. Eine Ausnahme bietet die dritte Episode, welche mit dem besagten Aquarell-Effekt aufwartet, der aber zum einen ästhetisch durchaus fragwürdig ist, zum anderen auch technisch niemanden begeistern kann, der einmal gesehen hat, wie einfach man schon in Photoshop mittels Filter solche Effekte bewerkstelligen kann.
In den letzten drei Folgen zieht dann die Qualität sowohl inhaltlich als auch optisch deutlich an, gerade Freunde von Raumschlachten und Mechakämpfen kommen hier voll auf ihre Kosten.
Dazu tönt ein wuchtiger Score, der offenbar weitesgehend von den Spielen entlehnt oder inspiriert wurde, so dass sich schon episches Flair breitmacht.
Innovative künstlerische Ansätze wie bei ANIMATRIX sucht man bei HALO LEGENDS aber leider vergeblich, ähnlich wie der BATMAN-Anime bietet auch Microsofts SciFi-Anime nur solide Genrekost, die sich vornehmlich an Fans richtet, diese werden aber mit dem Titel sicher ihren Spaß haben.
Aber auch der normale SciFi-Fan darf ruhig mal reinschauen, wer mit dem Universum noch nicht vertraut ist, findet schließlich im Bonusmaterial eine Einführung in Selbiges.

Erhältlich ist HALO LEGENDS auf DVD und Blu Ray, wie von Hersteller Warner gewohnt, gibt‘s hinsichtlich Bild und Ton nichts auszusetzen (im Gegensatz zu EX MACHINA und GOTHAM KNIGHT gibt‘s glücklicherweise auch die ordentliche Synchro in deutschem 5.1-Ton), das Bonusmaterial ist reichhaltig und interessant, wenn auch etwas sehr lobhudelnd und werbend aufgezogen.



Halo Legends
Thema: REZENSION: Canaan Vol.1+2
Martin

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REZENSION: Canaan Vol.1+2 22.04.2010 15:27 Forum: Anime, DVD & Filme


„Mit Hilfe ihrer übernatürlichen Kampfkraft und der jungen Freundin Maria versucht die attraktive Auftragskillerin Canaan die grausamen Pläne der Terrorgruppe Snake zu vereiteln. Die Anführerin der Organisation ist die ebenso hübsche wie kaltblütige Alphard, mit der Canaan noch eine alte Rechnung offen hat.
Canaan ist spannend, emotional, intelligent und technisch auf höchstem Niveau. Das Abenteuer wartet auf dich!“
So spricht mal wieder der Hersteller bzw. der deutsche Vertrieb, im Falle von CANAAN ist es UNIVERSUM, der die 13-teilige TV-Serie auf vier DVDs veröffentlicht, davon die erste als sogenannte Schnupper-DVD mit Episode 1 für rund fünf Euro.
Und wie man es bei Werbung ja des Öfteren erleben kann, übertreibt der Hersteller eines Produktes dessen Qualitäten gerne maßlos, so auch in diesem Falle, denn CANAAN ist zwar tatsächlich technisch auf zumindest sehr ansprechendem Niveau, inhaltlich ist jedoch das in Animes leider nicht unübliche Storywirrwarr zu erleben, in dem versucht wird, die Banalität durch undurchsichtige Erzählweise auszugleichen.
So werden gleich zum Beginn der ersten Folge eine stattliche Anzahl Prota- und Antagonisten eingeführt, deren Motivation und Background selbst in der vierten Folge noch nebulös genug sind, um kein echtes Interesse am turbulenten Durcheinander aufkommen zu lassen.
Zudem wurde natürlich wieder mal tief in die Klischeekiste gegriffen, die Titelheldin selbst ist das typische toughe Girl with a Gun und wirkt wie aus BeeTrain-Produktionen a la NOIR oder MADLAX entsprungen, an welche CANAAN ohnehin sehr erinnert. Auch der männliche Geek-Charakter ist an Bord, die rumquiekende Kawaii-Schnepfe natürlich ebenso, Verschwörungen und Plottwists kommen frisch von der Stange, so dass sich Fans genannter Konkurrenzprodukte sicher wie zu Hause fühlen dürften, so ihnen der immer gleiche Käse nicht langsam zum Hals raushängt.
Man kann nun meckern wie man will, über die Aufmachung der Serie lässt sich nur wenig Schlechtes sagen, von einer gewissen Unoriginalität beim Charakterdesign abgesehen, präsentiert sich CANAAN von seiner Schokoladenseite.
Die Hintergründe wirken gleichermaßen liebevoll gestaltet wie authentisch anmutend, Bewegungen sind flüssig wie in Kinoproduktionen (der Regisseur inszenierte zuvor den letzthin besprochenen SWORD OF A STRANGER), die Actionszenen sind aufwändig und mitreißend.
Der Soundtrack ist nicht unbedingt memorabel, erfüllt aber seinen Zweck, auf CD kaufen würde ich ihn mir nicht.
Die Serie selbst wandert auch nicht in meine Sammlung, zu banal ist das Gezeigte, insofern ist die Veröffentlichung mit der Schnupper-DVD in diesem Fall ganz praktisch, das Konzept selbst halte ich aber zumindest für fragwürdig.
Achtung!!!
Obwohl die Qualität der dt.DVDs gut ist und auch die Synchro überzeugen kann, sollten alle O-Ton-Fans diese Veröffentlichung meiden, denn aus Spargründen hat Universum zwar eine japanische Tonspur, aber keine Untertitel mit auf die Scheibe gepackt.



Canaan
Thema: REZENSION: Sword Of The Stranger
Martin

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REZENSION: Sword Of The Stranger 03.03.2010 13:06 Forum: Anime, DVD & Filme


"Gejagt von den Kriegern der Ming Dynastie durchreist der Junge Kotaro mit seinem Hund durch das mittelalterliche Japan. Als Kotaro in einen Hinterhalt gerät, rettet ihn der Samurai Nanashi vor den Angreifern. Nanashi (der "Namenlose"), der als außergewöhnlicher Elitekämpfer in den Kriegen jener Zeit ein gefürchteter Gegner war, schließt sich dem Jungen an, damit er sein Ziel erreicht: einen Tempel, in dem Kotaro seine Bestimmung erfahren soll. Allerdings erweist sich die Reise dorthin als ziemlich aufregend, da sie nicht nur von einer ganzen Armee Mingkriegern verfolgt werden, sondern auch von einem außergewöhnlichen Schwertkämpfer, der niemand Geringeren sucht, als den besten Gegner für ein Duell Mann gegen Mann ..."
Produktbeschreibung Hersteller

Hinter SWORD OF THE STRANGER verbirgt sich die erste Kinoeigenproduktion des im Westen vor allem durch FULL METAL ALCHEMIST bekannten STUDIO BONES, welches auch in anderen Produktion, zu denen immerhin prestigeträchtige Anime wie der COWBOY BEBOP-Movie oder EUREKA 7 gehören, unter Beweis gestellt hat, das man in der Lage ist, nicht nur thematisch interessante Sachen zu produzieren, sondern diesen auch versteht, ein eigenständiges und attraktives Erscheinungsbild zu verpassen.
Angesichts der visuellen Qualitäten schon der TV-Produktionen war es natürlich kein leichtes Unterfangen für das Studio, den gesetzten Standard für eine Kinoproduktion mit Aushängeschildwirkung noch einmal zu übertreffen, aber das Ergebnis kann überzeugen, wenn auch eher an der Oberfläche denn in der Tiefe.
Denn die Story, die Charakterzeichnungen sowie die Aussage sind zwar nicht wirklich uninteressant, kommen aber über Genrekonventionen auch nicht hinaus, was enttäuschend vor allem angesichts der Tatsache ist, dass das Genre des historischen Realfilms in Japan zahllose hervorragende, auch inhaltlich begeisternde und originelle Vertreter hervorgebracht hat.
Daran kann SWORD OF THE STRANGER qualitativ leider nie anknüpfen, dennoch vermag die Handlung eingermaßen zu fesseln.
Dafür bietet der Film aber ein wahres Fest für die Sinne, gerade dem Freund der handgezeichneten Zeichentrickkunst werden ob der meisterlich gezeichneten Hintergründe sowie der flüssigen 2D-Animationen Augen und Herz aufgehen, vor allem, da die Charaktere scheinbar versuchen, ihr mäßig interessantes Innenleben durch perfektes Design auszugleichen, und das erfolgreich.
Auch die Inszenierung der zahlreichen Actionszenen darf als makellos bezeichnet werden, die Kämpfe sich nicht nur hervorragend animiert, sondern auch dramaturgisch geschickt und aufregend gestaltet.
Langer Rede kurzer Sinn: SWORD OF THE STRANGER sieht verdammt gut aus und hört sich in den Ohren Vieler auch ähnlich gut an, mir war der pathosgeschwängerte Score von Naoki Sato aber doch thematisch etwas zu unpassend, vor allem das immer wiederkehrende Hauptthema zu irisch, obwohl es für sich gesehen sehr ordentlich klingt.
Ein Meilenstein der Animegeschichte ist SWORD OF THE STRANGER dann leider nicht geworden, STUDIO BONES empfiehlt sich mit dem Anime aber zumindest als herrausragendes Animationshaus, wenn schon nicht als fesselnder Geschichtenerzähler.



Sword Of The Stranger
Thema: REZENSION: Fist Of The North Star - Legend Of Raoh: Fierce Fight
Martin

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REZENSION: Fist Of The North Star - Legend Of Raoh: Fierce Fight 02.02.2010 15:52 Forum: Anime, DVD & Filme


Es darf wieder gekämpft und gestorben, geliebt und gelitten, gekeucht und geblutet werden, denn Kenshiro, auserwählter Erbe der Hokuto Shinken-Kampftechnik und angehender Retter der Welt, ist ein weiteres Mal angetreten, den Bösewichtern seiner heimeligen Endzeitwelt das Leben schwer zu machen.
Seit seinem letzten Abenteuer ist so einiges passiert, so hauchte seine geliebte Yuria ihr schönes Leben aus, zudem entpuppte sich zuvor doch ganz hilfreiche große Bruder Kenshiros, Raoh, als rechter Tyrann, welcher sich als sogenannte Gottesfaust anschickt, die Welt einmal mehr durch Blut und Eisen zu angeblichem Frieden zu führen.
Kenshiro kann diese Pläne selbstverständlich nicht gutheißen, und so macht er sich daran, Verbündete zu sammeln und mit dieser Allianz, ihm voran, of course, die nicht ganz so freien Völker zu befreien.
Selbstverständlich lässt sich dieses Unterfangen nicht ausführen ohne regelmäßige körperliche Auseinandersetzungen, welche den Regeln des Genres zufolge natürlich im Mittelpunkt dieses Epos stehen, in dem das große Finale stattfindet, die (vorerst) letzte Schlacht geschlagen und das letzte Blut vergossen wird.
Letzteres leider wieder nicht so exzessiv wie im legendären Kinofilm von 1986, die Blutfontänen und Kopfexplosionen waren auf alle Fälle schon mal gewaltiger. Wie auch schon in LEGEND OF RAOH: DEATH FOR LOVE findet die Brutalität auf vergleichsweise schaumgebremsten Niveau statt, kein Wunder, dass der fehlende Splattermarathon mit einer FSK 16-Freigabe belohnt wurde.
Gründe, sich der Mainstreambalgerei anzunehmen, gibt es aber dennoch, denn wie schon der Vorgänger ist auch FIERCE FIGHT eine ziemlich spannende und mitreißende Angelegenheit, bei der erstaunlicherweise selbst große Gefühle gefühlt werden dürfen und gegen Ende zartbeseitete Zeitgenossen sogar die Taschentücher zücken könnten.
Wobei natürlich auch diesmal sanftere Gemüter nur bedingt richtig sind, FIERCE FIGHT ist selbstverständlich blutig genug, um Kindern und Muttis vorenthalten zu werden.
Im Gegensatz zu DEATH FOR LOVE ist FIERCE FIGHT keine Kinoproduktion mehr, sondern eine OVA, was sich aber kaum in der Optik niederschlägt, was allerdings auch daran liegt, dass der Kinovorgänger eher unscheinbar und bieder aussieht. Das Sequel dagegen bietet ein solides visuelles Erscheinungsbild, gerade die Hintergründe sehen häufig sehr beeindruckend aus mit ihrem Fokus auf komplexe Wolkenformationen und ihren detaillierten Settings.
Die Animationen können dieses Niveau nicht ganz halten, sind gleichwohl aber ausreichend flüssig. Auffällig sind aber Unregelmäßigkeiten bei den Charakterzeichnungen, was darauf schließen lässt, dass billigere chinesische oder koreanische Studios Großteile der Animationen übernahmen, mit mäßigem Erfolg.
Ganz aus japanischer Hand kommt dagegen der Sound, vor allem der Soundtrack von Keiichi Momose kann mit heroischem Haupthema und fetten bis sakralen Klängen begeistern.
Wer am FIST OF THE NORTH STAR-Universum Gefallen gefunden hat, wird auch an diesem Neuzugang seine Freude haben, Neueinsteigern sei aber zunächst DEATH FOR LOVE ans Herz gelegt, um Charaktere und Welt besser kennen zu lernen.



Fist of the North Star Vol. 3 "Legend of Raoh - Fierce Fight"
Thema: REZENSION: Michiko & Hatchin Vol.1
Martin

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REZENSION: Michiko & Hatchin Vol.1 05.01.2010 15:56 Forum: Anime, DVD & Filme


Traurig ist das (scheinbare) Waisenleben, Hana kann ein Lied davon singen, muss sie doch, Aschenputtel-artig, den lieben langen Tag ihrer undankbaren Adoptivfamilie zu Diensten sein, wofür sie als Lohn karge Nahrung, Schläge, Spott und Schelte zu erwarten hat. Die Familie hingegen verfügt mit ihr nicht nur über eine günstige Haussklavin, sie erhält auch noch staatliche Unterstützung und so lässt es der Familienvater, von Profession Priester, es sich gerne angelegen sein, in seiner Kirche Wasser zu predigen, und zu Hause Wein zu saufen.
Die Idylle wird jedoch gestört, als Michiko, die kriminelle Mutter Hanas und gerade frisch aus dem Knast ausgebrochen, in die ruhige Stube platzt, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, sich ihre Tochter schnappt und mit dieser auf große Tour geht, auf der Flucht vor Gesetz und Adoptivfamilie und auf der Suche nach dem Vater Hanas.
Erwähnt werden sollte noch, dass das Geschehen in Brasilien angesiedelt ist, wo aber offenbar erstaunlich viele Japaner und Halbjapaner ansässig sind.
Das Backcover der deutschen DVD verweist auf die Ähnlichkeit der Animeserie zu Robert Rodriguez‘ Actionklassikern EL MARIACHI und dessen Remake DESPERADO, was zum Teil nicht gänzlich von der Hand zu weisen ist: Wir haben den Schauplatz Südamerika (gut, die Rodriguez-Teile spielen in Mexiko, aber who cares?), eine peppige Inszenierung und natürlich Gelegenheit zu regelmäßigem Blutvergießen. Allerdings steckt unter der knalligen und superstylishen Oberfläche von MICHIKO & HATCHIN nicht allein eine kontinuierliche Ballerorgie, vielmehr taucht die Serie ein ins echte (oder wenigsten sehr real erscheinende) Leben Südamerikas und berührt dabei auch jede Menge sozialer Probleme, von Kinderarmut und damit verbundener -kriminalität, Prostitution bis zur Korruption. Neben DESPERADO steckt also auch eine Menge CITY OF GOD in MICHIKO & HATCHIN, die Serie schafft es aber auch, stets unterhaltsam, spannend und leichtfüßig zu bleiben.
Dazu tragen natürlich vornehmlich die gut ausgearbeiteten Protagonisten bei, die hitzköpfige, leichtsinnige, lebenslustige Michiko und die ruhige, altkluge und fleißige Hana, welche ihrer Mutter, von welcher sie „Hatchin“ getauft wird, in Sachen Reife regelmäßig überlegen scheint. Doch auch die Nebencharaktere sind nicht bloße Staffage, sondern erfüllen die Serie mit echtem Leben.
Herausragend wird die Serie aber erst durch ihre phänomenale Optik: Selten sah man abseits der Kinoleinwand solch flüssige Animationen, solch stylishe Charakterdesigns, so atmosphärische Hintergründe, und Actionsequenzen von dieser Wucht. Aber auch das gesamte Artdesign kann durchweg begeisteren, schon die exzellente Opening-Animation zeigt der Konkurrenz, wo es langgeht.
Das Ohr wird derweil von jazzigen Klängen verwöhnt und gemahnt atmosphärisch an die Sounds von LUPIN 3rd oder COWOY BEBOP.
Generell ist MICHIKO & HATCHIN eine echte Überraschung und Empfehlung, die es jetzt glücklicherweise auch in einer hervorragenden deutschen Synchro gibt.


Michiko & Hatchin Vol. 1
Thema: REZENSION: Flüstern des Meeres
Martin

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REZENSION: Flüstern des Meeres 01.12.2009 15:20 Forum: Anime, DVD & Filme


Teenagerliebe – Was kann es Schöneres geben? Man ist jung, die Hormone springen, der Himmel ist blau und das Leben schön. Aber jeder kennt wohl auch die Schattenseiten dieser präpubertären Kopulationsvorbereitungsphasen: Die Weiber sind launisch, die Kerle blöde, der Himmel grau, niemand kann einen verstehen und überhaupt ist das Leben schrecklich.
Nun wurde dieses Thema ja schon von einer Vielzahl Animes thematisiert, gefühlt von jedem Zweiten, trotzdem dachten sich die Kreativen von everyone’s Lieblingsstudio Ghibli, dass sich Freud und Leid unschuldiger Backfische, die gerade das Abenteuer der Liebe für sich entdecken, trefflich als Thema ihres TV-Debüts eignen würde.
Regie dabei würde weder der Godfather des Studios, Hayao Miyazaki, noch die zweite Regiekoryphäe, Isao Takahata, übernehmen, sondern TV-Routinier Tomomichi Mochizuki (Die kleinen Superstars) ward auserkoren, die Qualitäten der hauseigenen Leinwandabenteuer kongenial auch auf die Bildschirme zu transportieren. 1993 lief das Werk dann mit einigem Erfolg im japanischen Fernsehen, erst jetzt allerdings findet UMU GA KIKOERU auch den Weg zu uns unter dem poetischen Namen FLÜSTERN DES MEERES.
Protagonisten des rund 70-minütigen TV-Specials sind der Hochschulstudent Taku Morisaki, sein bester Freund Yutaka Mazuno sowie die frisch auf deren Schule gekommene Muto Rikako. Diese erleben das übliche Beziehungsallerlei aus Zuneigung, Streit und anderen Alltäglichkeiten, welche weder sonderlich Spannung oder Dramatik, noch sonstiges Interesse generieren können.
Das liegt unter anderem in den wenig sympathisch beschriebenen Charakteren, deren Sorgen und Freuden kaum Anteilname erregen, und deren Motivation für ihr Handeln auch häufig im Unklaren bleibt. Verglichen mit anderen Coming-Of-Age-Filmen, auch aus dem Hause Ghibli, ist das emotionale Fundament für diese Geschichte reichlich dürftig, die Motivation, am Ball zu bleiben, vergleichsweise mäßig.
Thematisch bewegt man sich also auf vertrautem Terrain, qualitativ eher weniger, zumindest was die Story angeht.
Immerhin, aussehen tut FLÜSTERN DES MEERES wie ein großer Ghibli, von den atmosphärischen Backgrounds über die eigenständigen, sympathischen Charakterdesigns bis zu den flüssigen Animationen bewegt sich der Film auf sehr hohem Niveau, die begleitende Klavier- und Streichermusik ist zwar tendenziell sehr schlaffördernd, aber doch irgendwie passend.
Und so schnarcht man durch die Laufzeit, immer kurz vor angenehmen Schlummer, gelegentlich rausgerissen durch lauwarmes Drama, endlich geweckt vom unangenehm belanglosen Endsong.
FLÜSTERN DES MEERES stellt letztlich einen völlig verzichtbaren Langweiler dar, den man mal zur Vervollständigung der Ghibli-Filmographie gesehen haben kann, nach dem aber kein Hahn mehr krähen würde, wenn er von einem No-Name-Team erschaffen worden wäre. Mit dem Namen „Ghibli“ auf dem Cover aber kann man offenbar auch Durchschnittliches an den Mann bringen, und immerhin, das Cover der deutschen DVD ist auch sehr hübsch, der FSK-Flatschen ablösbar, die beiliegende Bonus-DVD enthält neben den obligatorischen Storyboards sogar ein relativ umfangreiches Making-Of. So was hätte man sich zwar eher bei LAPUTA oder TOTORO gewünscht, aber man will ja nicht meckern.
Bild, Ton und Synchro sind soweit okay, allerdings ist das Bild stark windowboxed, d.h. auf 16:9-Fernsehern gibt es auf allen Seiten schmale schwarze Ränder.


Flüstern des Meeres - Ocean Waves
Thema: REZENSION: Fist Of The North Star - Legend Of Raoh: Death For Love
Martin

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REZENSION: Fist Of The North Star - Legend Of Raoh: Death For Love 02.11.2009 15:28 Forum: Anime, DVD & Filme


Mein Einstieg in die Wunderwelt des Anime war hart und blutig: FIST OF THE NORTH STAR (FOTN), mein erstes UK-Tape, verzückte mit postapokalyptischer Endzeitstory, wüster Action und, das vor allem war Grund zu gehobener Euphorie, ausuferndem Gesplatter. Denn Kenshiro (oder Ken), zentraler Protagonist der Geschichte, ist Meister einer besonders effektiven Kampfsportart, deren Markenzeichen das Explodieren der von zarter Kämpferhand getroffenen Körperteile ist.
Aus dem Jahre 1985 stammt besagter Anime, der Kinoverfilmung des in Japan unglaublich populären Mangas HOKUTO NO KEN, welche im Gegensatz zur vorangegangenen TV-Adaption die graphische Gewaltdarstellung der Vorlage originalgetreu übernahm und mit der die Produktionsfirma TOEI einen echten Klassiker etablierte, welcher half, die Kunstform „Anime“ im Westen bekanntzumachen und wohl nicht nur für mich einen der Erstkontakte mit dem japanischen Zeichentrickfilm darstellte.
Frisch auf deutsch erhältlich ist nun ein neue „Neuverfilmung“ des Stoffes, der 2006er Kinoproduktion LEGEND OF RAOH: DEATH FOR LOVE, überraschenderweise mit einer handzahmen 16er FSK-Freigabe versehen und bereit, eine neue Generation von Fans für die archaischen Abenteuer des eher schweigsamen Helden Ken und seiner zahlreichen Freunde sowie noch zahlreicheren Feindesschar zu begeistern.
Nun, dieser Überzeugungsakt dürfte nicht ganz leicht werden, denn DEATH FOR LOVE gibt sich recht spröde im Erscheinungsbild und recht steif in der Animation, in Kombination mit den sehr traditionellen Charakterdesigns könnte der Look einen Gutteil der anvisierten Zielgruppe noch vor Sichtung verschrecken, was schade wäre, verfügt der neue FOTN-Film doch über Qualitäten, welche ein Ansehen lohnenswert machen.
So ist die Story zum Beispiel nicht uninteressant und wartet auf der einen Seite zwar mit Standardplot, auf der anderen Seite aber auch mit ambivalenten Charakteren auf, die zwar selten so richtig sympathisch sind, aber doch, aller cartoonhaften Überziehung zum Trotz, über ein erstaunlich hohes Maß an Glaubwürdigkeit verfügen. So generiert die klischeehafte Geschichte über blutdürstige und machthungrige Kriegsherren sowie heldenhafte Martial-Arts-Adepten mehr Sogpotenzial, als man nach dem Lesen des Backcovertextes vermuten würde.
Dass bei dieser Art Geschichte die Action nicht zu kurz kommt, ist natürlich klar, und so finden Freund und Feind in diesem Film tausend gute Gründe, ihren Nächsten nicht nur die Fresse zu polieren, sondern sie ihnen mittels Superschlages mitsamt dem Rest des Kopfes zu entfernen. Leider beinhalten die Actionszenen zwar die aufwändigsten Animationen, dennoch sind sie aber sehr statisch inszeniert, gegen neuere Konkurrenzproduktionen hat LEGEND OF RAOH damit gar keine Chance, und selbst ältere Prügelstreifen wie STREET FIGHTER II oder NINJA SCROLL bieten deutlich kompetenter inszenierte Action.
Auch in Sachen expliziter Gewaltdarstellung hält man sich auffällig zurück. Zwar gehört DEATH FOR LOVE sicher nicht in Kinderhand, das Blutvergießen spielt sich aber in den gängigen Grenzen ab, ein Massaker an zerplatzenden Schädeln sollte man hier nicht erwarten.

Und dennoch, aller Kritik zum Trotz, hat mir der neue FOTNS-Film Spaß bereitet, wer sich auf die muskelbepackten Machotypen einlassen und sich an wüsten Endzeitphantasien erfreuen kann, dürfte mit DEATH FOR LOVE seinen Spaß haben.

Die dt. DVD von AV Visions verfügt über ein scharfes Bild, leidet aber unter erheblichem Ruckeln. Der Ton ist druckvoll und dynamisch, die Synchro sauber (wenn auch die Aussprache japanischer Eigennamen oft falsch ist), als Extra gibt’s einen ausfürlichen Mitschnitt einer Gesprächsrunde der Macher von Film und Manga.


Fist of the North Star Vol. 1 "Legend of Raoh - Death for Love"
Thema: REZENSION: Strait Jacket - Legend of the Demon Hunter
Martin

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REZENSION: Strait Jacket - Legend of the Demon Hunter 29.09.2009 16:45 Forum: Anime, DVD & Filme


Im Jahre 1899 ist es den Menschen möglich geworden, Magie zu ihrem Nutzen einzusetzen. Doch diese Kräfte bergen hohe Risiken: Wer sie unachtsam einsetzt, öffnet die Dimension zur Hölle und verwandelt sich selbst zu einem mörderischen Dämon. Um den Gefahren die durch solch besessene Menschen entstehen zu begegnen, wurde eine Spezialeinheit sogenannter „taktischer Magier“ ins Leben gerufen. Doch auch diese Streitmacht an Spezialisten stößt an ihre Grenzen, als eine Terrorgruppe damit beginnt, die übernatürlichen Kräfte zu manipulieren und somit eine wahre Plage an Dämonen zu schaffen. Der Regierung bleibt nichts anderes übrig, als sich an den zynischen Einzelkämpfer Leiot Steinberg zu wenden. Der hochveranlagte Magier ist zwar durch seinen eigensinnigen Charakter nicht wirklich teamfähig, aber offenbar die letzte schlagkräftige Waffe, die den Menschen im Kampf gegen die Dämonen noch bleibt... (Herstellerinfo)

Nach dem Full Metal Alchemist tritt nun also der nächste Kämpfer auf dem Plan, der in einem viktorianisch geprägten Alternativengland mit einer Kombination aus großkalibriger Bewaffnung und magischem Zerstörungswerkzeug den Geistern, Dämonen und Monstrositäten dieses Universums den Garaus macht. Die Tatsache, dass es sich bei Steinberg um den Protagonisten einer gerademal dreiteiligen OVA-Miniserie handelt, sorgt allerdings dafür, dass die Vergangenheit des unbequemen Antihelden deutlich weniger ausführlich als in Studio Bones beliebter Konkurrenzserie ins Licht gerückt wird, auch die anderen Charaktere erhalten zwar etwas Background, sind aber dennoch schablonenhaft genug augearbeitet, um auch tragischere Ereignisse als nicht übermäßig schmerzhaft erscheinen zu lassen.
Stattdessen nahmen die Macher der OVA den Kampf zwischen Dunkel und „Noch Dunkler“ zum Anlass, ein Maximum an explosiver Action in die 90 Minuten Laufzeit zu packen, eine clevere Entscheidung, schafft man so doch eine durchaus interessante Alternative zum ja recht ruhig und charakterorientiert erzählten FMA. Erfreulicherweise sind die Actionszenen auch ebenso furios wie zahlreich, vom splattrigem Auseinandernehmen der übernatürlichen Gegnerschar bis zu spektakulären Explosionsorgien wird viel schick Animiertes fürs Auge geboten, wobei die Inszenierung nichts zu wünschen übrig lässt.
Dafür sind die Hintergründe eher solider Durchschnitt, auch die Charakterdesigns können kaum originell genannt werden, wissen aber dennoch zu gefallen.
Ein treibender Score rundet das Geschehen sauber ab, fertig ist routiniert gemachte Genrekost, welche als Missionierungswerkzeug zur Gewinnung neuer Otaku-Adepten kaum geeignet sein dürfte, aber sauber unterhält, und darum auch milde empfohlen werden kann.

Die dt.DVD fasst die drei Einzel-OVAs zu einem Spielfilm zusammen, ist aber ungeschnitten. Bild und Ton sind gut, die Synchro auch, allerdings handelt es sich bei den Untertiteln um Dubtitles. Überraschenderweise gibt es für diesen eher wenig prominenten Titel sogar ein nettes Making Of.


Strait Jacket - Legend of the Demon Hunter
Thema: REZENSION: Afro Samurai - Resurrection
Martin

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30.08.2009 19:53 Forum: Anime, DVD & Filme


Update, die Fortsetzung gibt´s jetzt auch auf Deutsch.
Thema: The Goon - Eric Powell
Martin

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27.07.2009 11:38 Forum: Independent


Es gibt nichts Schöneres, als in alten Fotoalben zu blättern, Jugenderinnerungen mit ehemaligen Schulfreunden zu teilen und das Gedächtnis nach alten Kinderflausen zu durchstöbern – außer man heißt Goon und hat seine Kindheit damit verbracht, Schuldnern die Kniescheiben zu brechen, Zombies zu köpfen und die Schulbank des harten Straßenlebens zu drücken. Ein Ausflug in die frühen Jahre des liebenswerten Totschlägers und seines messerschwingenden Kompagnons Franky. Außerdem: Der Goon verteilt kräftige Schellen an Monsterspinnen, nur leicht wahnsinnige Wissenschaftler und menschenfressende Landstreicher.

Ein Muss für alle Fans des Goons!
Wie alles begann... Man erlebt noch einmal einen genauen Einblick in die Jugend des Goons... Wie er aufwuchs, was geschah...
Wie er genau das wurde was er ist... und am Anfang war es durchaus nicht einfach für ihn. Wer nimmt schon einen kleinen ungewöhnlich aussehendem Jungen ab, dass er der Geldeintreiber eines gefürchteten Gangsters ist?
Aber... der Goon ist nicht auf den Kopf gefallen und passende "Zufälle" und die richtige Idee zur richtigen Zeit, verschaffen ihm bald den verdienten Respekt...
Außerdem erfährt der Leser und Fan wie der Goon zu seinem Partner kam und das sich beide schon aus ihren Kindertagen kennen. Die Geschehnisse erklären auch den engen Bund der Beiden...
Band 3 glänzt mit diversen Mini-Storys, bitterböse und mit dem altbekannten fiesen Humor...
Der Goon ist auf jeden Fall ein gelungener Lesespass für so ziemlich jeden, der auf derben Humor und etwas Grusel steht!

The real stuff! Bereits für die erste Ausgabe seiner On-Going für Dark Horse, die im dritten Sammelband beginnt, wurde Eric Powells THE GOON als „Bestes Einzelheft 2004“ mit dem EISNER Award prämiert. Ein Sensationserfolg für den damals fast gänzlich unbekannten Powell, der mittlerweile zum Superstar des US-amerikanischen Indie-Comics gehört.

Goon 3

Thema: REZENSION: Perfect Blue
Martin

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REZENSION: Perfect Blue 25.07.2009 14:47 Forum: Anime, DVD & Filme


„Wenn Hitchcock einen Disney-Film inszeniert hätte, wäre PERFECT BLUE herausgekommen!“, so oder ähnlich tönte der US-Vertrieb des mittlerweile Klassikerstatus besitzenden Animethrillers PERFECT BLUE, um sein Produkt auch über das reine Fandom hinaus bekannt zu machen. Obwohl obige Aussage durchaus kritisch betrachtet werden kann, immerhin erinnert weder der visuelle Stil an Disney noch die Art, die Geschichte zu erzählen, an Hitchcock, scheint sie ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben, denn zusammen mit Filmen wie GHOST IN THE SHELL, AKIRA oder PRINZESSIN MONONOKE ist auch PERFECT BLUE mit dafür verantwortlich, Anime als Genre zumindest Teilweise vom Ruf reiner Kinderware zu befreien.
Die Story des Filmes richtet sich klar an ein erwachsenes Publikum, welches durch mehrere Erzählebenen, das Verweben von Traum- und Realsequenzen und gelegentlichen Blicken in menschliche Abgründe auch ordentlich gefordert wird.
Auf dem Papier klingt die Geschichte dabei so kompliziert gar nicht, Protagonistin Mima steigt aus ihrer mäßig erfolgreichen Girlieband aus, um als Schauspielerin eine erfüllendere Karriere zu machen. Die ersten Schritte in der neuen Laufbahn fallen ihr jedoch schwer, zumal ein Fan von ihr den Karrierewechsel gar nicht begrüßt und beginnt, ihr nachzustellen. Eine Vergewaltigungsszene in einem Filmprojekt hilft auch nicht, ihr Seelenleben stabil zu halten, so dass Mimas Existenz schon bald ordentlich zerrüttet ist, wohingegen ihre beiden ehemaligen Bandkolleginnen ohne sie veritable Erfolge feiern können.
Im Gegensatz zu klassischen Hitchcock-Filmen wird diese Geschichte jedoch nicht rein auf Spannung ausgerichtet erzählt, sondern wählt einen anspruchsvolleren Weg, der auf temporäre Verwirrung des Zuschaueres und Nichteindeutigkeit abzielt, womit PERFECT BLUE näher bei David Lynch als bei Hitchcock anzusiedeln ist.
Spannend ist Satoshi Kons erster abendfüllender Film dennoch, den Klassikerstatus verdient er dank seiner Vorreiterrolle auch, wenngleich nur knapp, denn ein zu blumig-versöhnliches Ende verdirbt ein wenig die zuvor konsequent aufgebaute Stimmung. Visuell ist der ursprünglich als OVA angelegte Streifen solide und passend gestaltet, gleiches gilt für den Soundtrack, welcher zwischen düsteren Thrillerklängen und fröhlichem Popgedudel pendelt.
Die deutsche Erstauflage der DVD ist schon seit mehreren Jahren vergriffen, weswegen der in letzter Zeit vornehmlich durch seine zahlreichen Bollywood-DVDs aufgefallene Publisher RAPID EYE MOVIES eine neue Fassung in den Handel brachte, welche verbessertes Bild, mehr Extras und ein hübsches Digipack als Verpackung aufweist. Sehr zu empfehlen.
Thema: REZENSION: Piano Forest
Martin

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REZENSION: Piano Forest 23.06.2009 16:37 Forum: Anime, DVD & Filme


Die hohe Qualität der meisten Produktionen des Studio Ghibli hat einen gewaltigen Nachteil, zumindest für alle Fans des Studios: Der Nachschub an neuen Filmen kommt sehr spärlich, aller zwei Jahre, vielleicht, eine neue Produktion, viel Zeit, die überbrückt werden will.

Da kommt der Umstand gerade recht, dass auch andere Firmen vom lukrativen Familienanimekuchen etwas abhaben wollen.

Konnten wir uns schon vor einigen Monaten über den zwar etwas überlangen, aber dennoch sehr gelungenen SUMMER DAYS WITH COO freuen, so steht jetzt PIANO FOREST auf dem Programm, der die Wartezeit bis zum nächsten Miyazaki-Werk zu verkürzen hilft.

Thematisch orientiert sich der Klavierwald an einem Ghibli-typischen Motiv, dem Erwachsenwerden, dem Finden des passenden Platzes im Leben, kombiniert mit dem in Japan so populären Wettbewerbsmotiv, Gegenstand zahlloser Sportanimes, aber eben auch besinnlicherer Beiträge wie dem hier besprochenen.

Protagonist der Haupthandlung ist Shuhei Amemiya, Sohn eines berühmten Pianisten, der mit seiner Mutter von Tokyo in eine ländliche Kleinstadt zieht. Das Familienerbe lastet stark auf seinen schmalen Schultern, auch er spielt emsig auf dem Klavier in der Hoffnung, später als Konzertpianist in die Fußstapfen seines Vaters treten zu können. Dabei verfolgt er sein Ziel eher aus Pflichtgefühl denn aus Berufung, ganz im Gegenteil zu Kai Ichinose, einem Mitschüler, der seiner ärmlichen Verhältnisse wegen keinerlei Klavierunterricht genießen kann, dafür aber mit Eifer, Verve und Geschick ein geheimnisvolles Klavier im Wald bearbeitet, aus welchem kein anderer hörbare Töne hervorzubringen versteht.

Das ungleiche Pianistenduo erlebt eine wechselhafte Freundschaft, in der die unterschiedlichen Lebenswelten aufeinanderprallen, aber letztlich die Macht der Musik siegt, einem Wettbewerb, bei dem nur einer von beiden siegen kann, zum Trotz.

Allzu originell darf sich die auf dem gleichnamigen Manga basierende Geschichte nun nicht nennen, gerade das Motiv „Freund=Konkurrent" kennt man aus einigen Animes, vornehmlich aus dem Sportgenre.

Auch die moralische Aussage des Films ist nichts, was nicht allzu häufig als Message vermeintlich anspruchsvoller Produktionen aufs Publikum losgelassen wird, „Folge Deinem Herzen!" oder „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!" dürfte sicher kaum einen Zuschauer überraschen.

Der sensiblen Regie Masayuki Kojimas ist es zu verdanken, dass aus solch klischeebeladenem Stoff doch eine fesselnde, anrührende Angelegenheit wird, die nicht ganz die Leichtigkeit der vergleichbaren Ghibli-Produktion STIMME DES HERZENS erreicht, sich aber doch qualitativ in der Genreoberliga anzusiedeln vermag.

Die Charaktere sind sympathisch, die Dialoge von einigen Ausnahmen abgesehen angenehm unprätentiös, der Erzählfluss beschwingt.

Wie schon erwähnt, Weltbewegendes bietet PIANO FOREST inhaltlich nicht, aber sehr ordentlich inszeniertes Wohlfühlanimekino, welches zusätzlich auch noch sehr schön aussieht, wenn es auch in diesem Punkt der Ghibli-Konkurrenz einige Schritte hinterherhängt, und von klassischem Klaviergeklimper aus den Federn von Größen wie Mozart und Chopin ohrenschmeichelnd begleitet wird.

Die DVD von Anime Virtual präsentiert den Film zwar frei von Extras, dafür in guter Bild- und Tonqualiät, verpackt in hübschem Digipack und mit informativem Booklet versehen. Empfehlenswert!
Thema: Dampyr - Diverse
Martin

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19.06.2009 13:13 Forum: Independent


Neue Abenteuer des Dampyrs...
Dieses mal entführen uns die Storys in die Welt des Voodoo und wir erfahren auch mehr über den Vater unseres Helden.
Spannung wie bisher und wie immer fesseln die Geschichten die Leser!
Die Rückblicke und Einblicke in das Leben seines Vaters, der zwischen Monster sein und Gentlemen hin und her schwankt.. Der sich verliebt, der mordete...
Der innere Kampf den auch Harlan austrägt.. Monster oder Mensch... Oder ist nicht gar der Mensch in ihm das Monster?
Die Storys führen den Leser mehr in die Welt des Haupthelden, aber werfen auch mehr fragen auf.
So darf man wohl gespannt auf Fortsetzungen warten. smile
Nicht nur für die Fans des Comics ein Lesemuss!

Dampyr 9



Dampyr 10

Thema: Waltz with Bashir - Ari Folman & David Polonsky
Martin

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Waltz with Bashir - Ari Folman & David Polonsky 18.05.2009 11:42 Forum: Comics


Eines Nachts in einer Bar erzählt ein alter Freund dem Regisseur Ari von einem immer wiederkehrenden Alptraum, in dem er von 26 dämonischen Hunden gejagt wird. Jede Nacht, immer genau 26 Bestien. Die beiden Männer kommen zu dem Schluss, dass ein Zusammenhang zu ihrem Einsatz im ersten Libanon Krieg bestehen muss. Ari ist überrascht, denn er hat jegliche Erinnerung an diese Zeit verloren. Verstört macht er sich auf, Freunde und Kameraden von damals zu besuchen und zu befragen. Er muss die Wahrheit über jene Zeit und über sich selbst herausfinden. Je tiefer Ari in seine Vergangenheit eindringt, desto klarer werden seine Gedanken und die verdrängten Erlebnisse erscheinen in surrealen Bildern...

Grandios und fesselnd umgesetzt.
Das Comic versetzt einen beinahe selbst in die Geschichte hinein.
Man rätselt mit... Was ist wahr... Was ist geschehen? Warum hat die Hauptfigur so viel vergessen? Selbschutz?
Definitiv kein Comic für junge Leser, da sie die Zusammenhänge nicht nachvollziehen können...
Für Fans von fesselnden, dramatischen und mitreißenden Storys ist Waltz with Bashir jedoch ein absolutes Muss!

Basierend auf realen Interviews und Ereignissen, ist WALTZ WITH BASHIR der erste animierte Dokumentarfilm in Spielfilmlänge. Regisseur, Autor und Produzent Ari Folman hat die Reise in seine Vergangenheit – eine Reise in die Jugendkultur der 80er Jahre und das West Beirut während des ersten Libanonkrieges – auf fantastische und packende Art visualisiert. Die israelisch-deutsch-französische Koproduktion gilt seit ihrer Weltpremiere im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes und weiteren Festivalaufführungen als das wohl außergewöhnlichste Kinoereignis in 2008.

Waltz with Bashir

Thema: The Walking Dead - Robert Kirkman
Martin

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08.05.2009 10:54 Forum: Independent


Ein weiterer Wendepunkt im Überlebenskampf der Gruppe!
Kurz vor der Geburt ihres Kindes beichtet Lori Rick die Liebesnacht mit Shane. Während die Gruppe gezwungen ist, wieder mit den Wohnmobilen durch das Zombie-verseuchte Land zu ziehen. Neue Feinde stellen sich ihnen in den Weg ...
Nach allem was sie durchgemacht haben, kann irgend etwas sie auf das vorbereiten, was sie nun erleben werden?

Die Hölle, das sind die anderen!
Der selbst ernannte Gouverneur und die Woodbury-Bewohner belagern das Gefängnis, in dem sich die Familie des ehemaligen Polizisten Rick Grimes und der kleinen Schar von Überlebenden verschanzt haben. In einem der dramatischsten Bände der von Fans und Kritik gleichermaßen gefeierten US-Reihe bewahrheitet sich Jean Paul Sartres berühmtes Zitat; der Mensch ist sich selbst sein größter Feind. „Auge um Auge“, der vorläufige Höhepunkt einer Comicserie, die wie keine andere aufs Neue zu schockieren und zu fesseln vermag.
Noch nie war „The Walking Dead“ so aufregend und vernichtend zugleich. Robert Kirkman, einer der gefeiertsten Autoren seiner Zunft, mischt die Karten neu, als die trügerische Hoffnung an eine bessere Zukunft für immer zerrinnt.

Alles vorbei?
Nicht schockt so sehr als der aktuelle 8. Band dieser fesselnden Comicreihe.
Die Bindung die man zu den Figuren aufgebaut hat, mit ihnen gelitten und gehofft hat...
All das geht binnen weniger Seiten den Bach runter!
Doch es ist keine Zeit zu trauern...
Einige haben überlebt... Da draußen... Allein, schutzlos...
Und nun? Geht das Spiel von vorne los... Auf der Suche nach einem neuen schützenden Heim und neuen Begleitern...
Walkin Dead schafft es genau die wunden Punkte des Lesers zu treffen, die man am wenigsten erwartet. Aber genau das macht den Reiz aus.
Man wiegt sich in trügerischer Sicherheit, bis irgendwann etwas geschieht was einen vor Augen führt, dass man niemals sicher war.
Nicht nur die Zombies sind Gegner... Auch lebende Menschen, die sich in dieser untergehenden Welt als wahre Tyrannen entpuppen...
In solchen Momenten fragt man sich doch ob der neue/alte Feind... die Untoten nicht die besseren Menschen sind.. Sie folgen Instinkten... Trieben... Gedankenlos... Während lebende in vollem Bewusstsein töten, morden, vergewaltigen...
Schöne heile Welt...
Nicht nur für Horrorfans ist Walking Dead immernoch ein fesselndes Leseerlebnis!

The Walking Dead 7



The Walking Dead 8

Thema: Bite Club - Howard Chaykin
Martin

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08.05.2009 10:44 Forum: Comics


Im abschließenden Band der Serie bekommt es Risas Mafia-Vampir-Clan mit der V.C.U. (Vampire Crime Unit) von Miami zu tun. Aber die Cops haben es nicht nur mit Blutsaugern zu tun – sie machen sich auch gegenseitig das Leben zur Hölle!

Bissiger Humor wie im ersten Band.
Auch diesmal glänzt die Story mit überraschenden Wendungen.
Wem kann man trauen?
Wer gehört zu wem?
Verwirrend und spannend zugleich wird der Leser wieder einmal an der Nase herumgeführt!
Zeichnungen und Story haben die gleiche geniale Qualität wie die des Vorgängers.
Die Fans des ersten Bandes werden auf ihren Genuß kommen und auch neue Leser werden von Vampir-Krimi-Mafia-Mix mitgerissen!


Bite Club 2

Thema: REZENSION: Afro Samurai - Resurrection
Martin

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REZENSION: Afro Samurai - Resurrection 07.05.2009 12:19 Forum: Anime, DVD & Filme


Der gleichermaßen wollhaarige wie dunkelhäutige Ausnahmesamurai Afro ist wieder da, nämlich in AFRO SAMURAI: RESURRECTION.
Da hatte der gute Afro doch gedacht, nach seinem hart erkämpften Sieg gegen Judge Ende des ersten Teiles nun dem Müßiggang und der Ruhe frönen zu können, selbst seine innere Unruhe, manifestiert durch den nimmermüden und dauerquasselnden Ninja-Ninja, war verschwunden.
Doch es kann der bravste Samurai nicht in Ruhe chillen, wenn es dem bösen Ex-Mitschüler und seiner unausgeglichenen Schwester nicht passt, welche dem guten Afro das legendäre „Nummer Eins“-Stirnband im Kampf wieder abnehmen, so dass unser Held und sein zurückgekehrter Quassel-Sidekick wieder den Weg des Schwertes gehen müssen, zunächst auf der Suche nach dem Nummer Zwei-Stirnband, auf dem sie jede Menge neuer, aber auch alter Feinde treffen, welche erst nach gewohnt heftigem Aderlass den Weg freigeben.

Inhaltlich wandelt AFRO SAMURAI also auf vertrautem Terrain, wobei die Geschichte diesmal dank Verzicht auf die ausufernden Rückblenden des Vorgängers stringenter wirkt.
Wirklich spannend oder originell gestaltet sich das Geschehen auch diesmal nicht, ein Mann geht halt einmal mehr seinen schon oft gegangenen Weg, wobei am Wegesrand doch immerhin jede Menge netter Sachen zu finden sind.
So führt das kulturelle Crossover zwischen feudalen Samuraisetting und Hip-Hop-Culture wieder zu lustigen Sachen wie Nachtclubs in den Dörfern, folkloristischen Umzügen mit DJ und vielem mehr, auch die technik-affine Bruderschaft aus dem ersten Teil ist wieder an Bord.
Wer den ersten AFRO SAMURAI kennt, und wer kennt den nicht, weiß, was er auch in RESURRECTION bekommt, Kontinuität zum Vorgänger scheint oberstes Gebot von Schöpfer Fuminori Kizaki und seinen Mannen gewesen zu sein.
So ist selbstverständlich Samuel L.Jackson wieder als Sprecher sowohl für Afro, vor allem aber für Ninja-Ninja an Bord, für die musikalische Untermalung sorgt einmal mehr The RZA.
Ebenfalls deutlich an das Original angelehnt präsentiert sich die Optik. Die Charakterdesigns sind unverändert, allerdings sind die Hintergründe noch schöner und detaillierter, die Animation noch flüssiger und aufwändiger, so dass man RESURRECTION attestieren kann, in Sachen Präsentation noch einmal ordentlich zugelegt zu haben.
Auch die geliebten Blutfontänen als ständiges Resultat von Afros „diplomatischen“ Bemühungen gibt es im Übermaß, so dass auch der Gorehound auf seine Kosten kommt.
Letztlich kann man kurz und bündig feststellen, dass AFRO SAMURAI: RESURRECTION einfach mehr von dem bietet, was die Fans schon am Original schätzten, wer mit diesem schon nicht warm wurde, dürfte das auch mit der Fortsetzung nicht werden.

UNIVERSUM hat sich beim Nachfolger glücklicherweise beeilit und versorgt uns mit gleich Veröffentlichungen, zum einen der Doppel-DVD in schicker Verpackung, sehr guter Qualität und vielen Extras, zum anderen auf BluRay in etwas profanerer Aufmachung, dafür herausragender HD-Qualität. Ungeschnitten sind beide Releases, und ab 18 freigegeben.
Thema: REZENSION: Zombie-Loan (Vol.1)
Martin

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REZENSION: Zombie-Loan (Vol.1) 07.05.2009 11:36 Forum: Anime, DVD & Filme


Es gibt Animes, die sind so unfassbar langweilig, dass man an der Menschheit insgesamt zweifeln möchte, wenn es tatsächlich Menschen gibt, die Gefallen an ihnen finden könnten.
Ein Beispiel für solch einen Anime stellt ZOMBIE-LOAN dar, dessen DVD-Cover stylishe Zombie-Action verspricht, der tatsächlich aber eher auf der Mystery-Comedy-Schiene fährt.

Unangenehm wird’s schon bei der Protagonistin, der bemerkenswert ungeschickten wie naiven Kita Michiru, einer Schülerin, welche von ihren „Freundinnen“ gerne ausgenutzt wird. Das gute Mädel stellt sich grundsätzlich so behämmert an, dass man ihr eigentlich nur das schnelle Ableben wünschen kann, ein Wunsch, der unerfüllt bleibt.
Ihren unangenehmen Eigenschaften zum Trotz hat Michiru die Gabe, Menschen ausfindig zu machen, welche kurz vor dem Tode stehen oder gar schon tot sein müssten, sich aber irgendwie davor drücken können, den letzten Schritt zu tun. Erkennen tut sie dies an einem Ring, welche die entsprechenden Personen um ihren Hals tragen, und der zunächst grau gefärbt (Der Tod ist nah!), zuletzt aber schwarz (Nun wird’s aber Zeit!) ist.
Auch zwei ihrer Mitschüler, gutaussehende Knaben selbstverständlich, tragen pechschwarze Ringe um den Hals, weigern sich aber beharrlich, den Weg ins Jenseits anzutreten. Zu diesem Zwecke haben sie gar einen Deal mit dem Zombie-Loan-Office abgeschlossen, welches den beiden einen weiteren Aufenthalt im irdischen Dasein gewährleistet, wofür sich die Jungs damit revanchieren, dass sie unangenehme, gar gewalttätige Sterbeverweigerer (halt Zombies) ausfindig und unschädlich machen, sprich töten.
Bei diesem edlen Job darf ihnen nun auch Michiru als eine Art Zombie-Detektor assistieren, eine Tätigkeit, aus der wohl nach Meinung der Schöpfer reichlich Spannung sowie Humor zu beziehen ist.
Wenn´s doch nur so wäre! Tatsächlich ist ZOMBIE-LOAN eine völlig beliebige Mystery-Comedy-Serie, deren Gags allesamt einen derartigen Bart haben, dass man Sailor Moon damit in einen Eisbären verwandeln und deren Spannungsgehalt kein Lämpchen auch nur zum Glimmen bewegen könnte.
Wer hier lacht, der kichert wahrscheinlich auch, wenn Mutti gerade gestorben wäre, wer hier mitfiebert, bekommt sicher auch beim Wetterbericht einen Herzkasper.
Zusätzlich sieht ZOMBIE-LOAN auch nach nichts aus, generische Charakterdesigns, lieblose Fließbandhintergründe sowie steife Animationen sorgen dafür, dass die inhaltliche Trostlosigkeit sich nicht allzu alleine fühlt.
Man fragt sich, wer immer beim deutschen Anbieter Anime Virtual der Meinung war, mit dieser schnarchnasigen Angelegenheit Kasse machen zu können. ZOMBIE-LOAN ist den (illegalen) Download nicht wert, geschweige denn wert, gekauft zu werden.
Wer´s dennoch tut, wird zumindest mit einer soliden Bild- und Tonqualität belohnt, die Synchro ist gerade noch erträglich. Extras gibt’s dafür keine, dabei hätte ich doch gerne mal aus Interviews gewusst, was sich die Macher dieser TV-Serie gedacht haben oder ob sie vielleicht schon bei der Produktion eingeschlafen sind und alles den unterbezahlten koreanischen und chinesischen Animatoren überlassen haben. Aussehen tut ZOMBIE-LOAN danach!

Zombie-Loan

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